Beirat des h2-netzwerk-ruhr befasst sich mit h2-Importen

Die Sitzungen des hochkarätig besetzten Beirats des h2-netzwerk-ruhr befassen sich immer mit Schwerpunktthemen, die für die zukünftige Arbeit des Netzwerks und seiner Mitglieder von Interesse sind.

Bei der jüngsten Beiratssitzung am 7.10.2026 war dies zum einen das Thema Import und Transport von Wasserstoff und zum anderen die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen an die Landesregierung beim Wasserstoffhochlauf.

Netzwerk Geschäftsführerin Dr. Désirée Schulte eröffnete die Veranstaltung und entschuldigte den verhinderten Gastgeber Dr. Manfred Gehrke. Sie gab dem Beirat einen kurzen Bericht über die Tätigkeiten des Netzwerks im Jahr 2026.

Den ersten Input gab die stellvertretende Beiratsvorsitzende Dr.-Ing. Esther Stahl. Sie machte deutlich, dass große Teile des zukünftig in der Industrie benötigten Wasserstoffs aus dem Ausland importiert werden müssen.

h2-netzwerk-ruhr-Vorsitzender Dr. Thomas Kattenstein begrüßte die Beiratsmitglieder.
Links neben ihm Schatzmeisterin Dr. Babette Nieder.

Dies bestätigte Heinz-Uwe Lewe, Referent für Wasserstoffwirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE). Er ging auf den Ausbaustand des Kernnetzes in NRW ein. Lewe kündigte an, dass das MWIKE lokale Anbindungen an das Kernnetz unter bestimmten Bedingungen fördern würde. Außerdem zeigte er Förderinstrumente der KFW auf, die besonders für kleine und mittlere Unternehmen spannend sein können. Im Verlauf der lebhaften Diskussion, die seinem Vortrag folgte, wurde deutlich, dass der großindustrielle Einsatz von Wasserstoff noch nicht wirtschaftlich darstellbar ist. Uwe Lewe vertrat die Ansicht, dass Wasserstoff erst bei den letzten zwanzig Prozent Treibhausgasvermeidung eine wesentliche Rolle spielen werde.

Heinz-Uwe Lewe stellte die Strategie des Landes NRW vor.

Auf die Rahmenbedingungen des Imports ging anschließend Dr. Ann-Kathrin Klaas vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität zu Köln (EWI) näher ein. In ihre Analyse flossen nicht nur Kostenaspekte, sondern auch soziale, ökologische und politische Kriterien ein, die das EWI in einem Score abbildet, in dem die Produktionsländer von Wasserstoff maximal 100 Punkte erreichen können. Unter Einbeziehung dieser weiter gespannten Rahmenbedingungen zeigte sich, dass vor allem europäische Länder (z.B. Finnland, Spanien, Portugal) und durch Pipeline erreichbare Länder (hier vor allem Marokko) zukünftig als Lieferanten in Frage kommen. Wenn Wasserstoff per Schiff transportiert werden muss, wird es kostenmäßig keinen großen Unterschied zwischen dem Transport von flüssigem H2 und Ammoniak geben. Die Verflüssigung des Wasserstoffs setzt genau wie das Cracken von Ammoniak großen Energieeinsatz voraus, was beide Verfahren ungefähr gleich teuer werden lässt.

Ann-Kathrin Klaas (EWI) stellte den Score zur Bewertung der Rahmenbedingungen des h2-Imports vor.

Letzter Tagesordnungspunkt der Beiratssitzung war die Wahl des Vorstands. Dr. Arnt Baer (Gelsenwasser AG) wurde als Vorsitzender im Amt bestätigt. Als Nachfolgerin der nicht mehr kandidierenden Dr. Esther Stahl wurde Prof. Dr.-Ing. Anna Grevé (Fraunhofer UMSICHT) gewählt.

Prof. Dr.-Ing. Anna Grevé (links) löst Dr.-Ing. Esther Stahl im Vorstand des Beirats ab.